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Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad

Stefanie Ostermann, 04.05.2022


Woher kommt der Spruch, der in den 1970er Jahren aufgekommen ist? Und warum ist er heute noch genauso aktuell?



Vertreterinnen der Frauenbewegung wollten mit dem alten Vorurteil aufräumen, dass eine Frau ohne Mann nur ein halber Mensch sei. Ein Fisch kommt schließlich auch sehr gut ohne Fahrrad zurecht. Die amerikanische Feministin und Autorin Gloria Steinem verhalf diesem Spruch ins öffentliche Bewusstsein.


 Bildquelle: https://www.womenshistory.org/education-resources/biographies/gloria-steinem
Gloria Steinem



Steinem merkte in den Anfängen in ihrer Arbeit als Journalistin, wie schwierig es war, Aufträge zu bekommen, vor allem für soziale und politische Berichte. Viele Redaktionen waren von Männern dominiert. 1968 half sie bei der Gründung des New York Magazine mit, wo sie Redakteurin und politische Autorin wurde. Sie berichtete unter anderem über die Frauenbefreiungsbewegung und nahm als Rednerin an zahlreichen Protesten und Demonstrationen teil. Steinem erkannte die Wichtigkeit für ein eigenes Magazin über die Frauenbewegung und gründete zusammen mit zwei Journalistinnen das Ms. Magazine. Steinem setzt sich bis heute für eine Gleichstellung der Geschlechter ein.


Biografie Gloria Steinem: https://www.womenshistory.org/education-resources/biographies/gloria-steinem


Nachdem Steinem sehr spät doch noch geheiratet hatte, wurde sie auf den Spruch „Eine Frau braucht einen Mann wie ein Fisch ein Fahrrad“ angesprochen. Sie antwortete, dass dieser Spruch gar nicht von ihr sei, sondern von der australischen Aktivistin Irina Dunn. Dunn bestätigte dies, sie paraphrasierte einen Philosophen, der sagte: "Der Mensch braucht Gott wie der Fisch das Fahrrad".


Guinness, das schwarze Bier aus Irland, produzierte sogar mit dem Slogan „A woman needs a man, like a fish needs a bycicle“ einen Werbe-Spot. Im Jahr 1996 schickten sie den Fisch auf dem Fahrrad auf TV-Reise.

Video zur Guinness-Werbung:




Und der Spruch ist auch in den deutschen Titel eines 1990 aus dem Amerikanischen übersetzen Romans von Elizabeth Dunkel eingegangen. Das emanzipatorische Frauenbuch heißt: „Der Fisch ohne Fahrrad“. Es geht um das Leben einer Frau, die eigentlich alles hat, was sich eine Frau wünschen kann, nur eines vermisst sie: einen Mann.



Bildquelle: Privataufnahme Stefanie Ostermann







Der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit existiert bis heute. Doch in der Realität reicht nicht für alle Frauen das Geld, um ihre unmittelbare Existenz in einem Monat abzudecken. Frauen verdienen nicht nur während des Berufslebens weniger Geld als Männer, sie bekommen auch weniger Pension. Der „Gender-Pay-Gap“ hat also einen „Gender-Pension-Gap“ zur Folge.

Eines ist jedoch sicher, Frauen die sich unabhängiger und eigenständiger im Job entwickeln und ihr eigenes Geld verdienen können, fühlen sich auch selbstbewusster.

Die finanzielle Unabhängigkeit ist das eine, menschliche Bedürfnisse das andere. Wenn es um Wärme, Zärtlichkeit und Sexualität geht, haben bestimmt viele Fische Sehnsucht nach einem Fahrrad. Auch Gloria Steinem hat, wie oben erwähnt, doch noch geheiratet.


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